Pädagogisches Konzept des Kinderladens „Die Wilde 15̋

Stand: August 2017

 

1 Vorwort

 

Das pädagogische Konzept des Kinderladens „Die Wilde 15̋soll Interessierten einen Eindruck unserer Einrichtung vermitteln und uns Eltern und den im Kinderladen Beschäftigten als eine Leitlinie dienen. Wir sehen es als eine Basis in einem sich stets wandelnden Prozess, der offen bleibt für Veränderungen durch Erfahrungen in der pädagogischen Praxis und/oder wechselnde Bedürfnisse der Kinder, Eltern oder des Fachpersonals. Daher soll es kein starres Konzept sein, sondern reflektiert weiterentwickelt werden.


Unser Kinderladen liegt in der Nürnberger Altstadt an der Grenze zum Stadtteil Gostenhof, der eine hohe multikulturelle Vielfalt bietet. Mitten in der Stadt ermöglicht uns unser Garten, ein Stück wunderschön begrünter Stadtmauer, ein aktives Naturerleben trotz urbaner Umgebung.
Mitgestaltung, individuelle, freie Entwicklung und sich gegenseitig ernst nehmen sind Stichworte, welche unsere pädagogische Arbeit charakterisieren. Hinzu kommen für uns sehr wichtige Anliegen, wie Ökologie/Naturerleben und ganz besonders die Vermittlung demokratischer Werte. Die freie Entfaltung der Kinder hat für uns einen besonderen Stellenwert, dazu gehören:
Eigenes, spielerisches Entdecken, keine leistungsorientierte Vorschule, so wenig normierte Zwänge wie möglich und Vermittlung von Basiskompetenzen, welche zum eigenen, selbstständigen, reflektieren Handeln anregen.


Seit Gründung des Kinderladens im Jahr 1987 ist Partizipation ein besonderes Anliegen der wilden 15 und hat eine besondere Relevanz für ein demokratisches Miteinander in unserer Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, Kinder, Eltern und päd. Fachpersonal in alle Entscheidungsprozesse, die einerseits ihre Person und andererseits das alltägliche Miteinander betreffen, mit einzubeziehen.

 

Der Kinderladen „Die Wilde 15̋ will den Kindern, die zunehmend länger in familienergänzenden Einrichtungen untergebracht sind und die Tagesstätte immer mehr als ein zweites Zuhause erleben, die Geborgenheit, Sicherheit und den nötigen Halt vermitteln, den sie für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit brauchen. Unsere pädagogische Arbeit soll die Einheit von Kind und Eltern stärken und sich als Begleiter auf diesem Weg anbieten. Kinder, Eltern und Erzieher sollen die Möglichkeit haben, „in Beziehung̋ treten zu können. Dafür möchten wir die Rahmenbedingungen schaffen:

 

2 Die Rahmenbedingungen

 

Der Träger

Der Träger der Einrichtung ist der Verein für Kinderbetreuung „Die Wilde 15̋ e.V., in dem alle Eltern, deren Kinder momentan im Kinderladen betreut werden, Vereinsmitglieder sind. Der Verein und somit auch der Kinderladen bestehen seit 1988 in den Räumen der Mostgasse 8. Die Nutzung dieser Räume erfolgte zunächst über ein Mietverhältnis, später hatte der Verein die Möglichkeit, die Räume in der unteren Etage des Hauses als Eigentümer zu übernehmen.
Im Jahr 2005 wurden in einem Nachbarhaus weitere Räume angemietet, die mit großem Engagement in eine Kreativwerkstatt verwandelt wurden und seitdem die Bedingungen für großformatige und längerfristige Projekte verbessern oder schlicht mehr Raum schaffen.


Der Verein „Die wilde 15̋ e.V. ist Mitglied in der SOKE, dem Verein für „Selbstorganisierte Kindertageseinrichtungen e.V. Nürnberg̋. Dieser Dachverband der Nürnberger Elterninitiativen fungiert als Interessenvertretung gegenüber Politik und Verwaltung, übernimmt die Kontaktpflege mit dem Jugendamt, steht als Kontakt- und Beratungsstelle zur Verfügung und übernimmt einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Die rechtliche Grundlagen
Die Elterninitiativen sind Träger der freien Jugendhilfe. Der Verein für Kinderbetreuung „Die Wilde 15“  e.V. mit Sitz in der Mostgasse 8, in Nürnberg hat die Betriebserlaubnis für eine familienergänzende Kindertagesstätte nach § 45 KJHG. Gesetzliche Grundlagen sind das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) mit seinen Durchführungsverordnungen und das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG). Gemäß dem KJHG sehen wir die Kernpunkte unserer Grundhaltung bezüglich der Erziehung, Bildung und Betreuung untrennbar miteinander verbunden.Das Bayerische Kinderbildungs und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) ist am 1. August 2005 in Kraft getreten. Es ist die gesetzliche Grundlage aller staatlich geförderten Kindertagesstätten in Bayern.


Das BayKiBiG hat den Ausbau der Kinderbetreuung in Bayern quantitativ wie qualitativ erheblich befördert, die kindbezogene Förderung etabliert. Zudem garantiert es den Betrieb und unterstützt Kindertagesstätten maßgeblich.
Das Instrument für die Umsetzung der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP).

 

§8a Kindeswohlgefährdung
Nachdem es in den letzten Jahren bundesweit immer mehr Fälle von Kindeswohlgefährdung gab, wurde 2008 der Schutzauftrag im SGB neu und eindeutiger formuliert. Die Änderungen beziehen sich auf SGB VIII § 8a (Kindeswohlgefährdung) und §72a (Persönliche Eignung).
Für die Sicherstellung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung hat das Jugendamt der Stadt Nürnberg einen Ablaufplan entwickelt, der den Einrichtungen einen standardisierten Leitfaden bietet.


Um auf entsprechende Situationen sofort reagieren zu können, muss jede Einrichtung eine erfahrene Fachkraft (Dipl. Sozialpädagogin, Dipl. Psychologin, Arzt) benennen. Der Verein für Kinderbetreuung „Die Wilde 15“e.V. hat in der Vereinbarung mit dem Jugendamt als erfahrene Fachkraft Frau Barbara Ameling vom Kinderschutzbund, Kreisverband Nürnberg, genannt.
Der §72a SGB VIII regelt die persönliche Eignung der Fachkräfte. Danach müssen sich alle Träger bei Neueinstellung von Personal ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen lassen. Diese Vorschrift bezieht sich auf alle aufsichtspflichtigen Beschäftigten.


           Finanzierung Gemäß dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz erhält der Kinderladen die kindbezogene Förderung je nach gebuchter Betreuungszeit und dem Gewichtungs-faktor zur Hälfte von Stadt und Land. Die Differenz zwischen den Ausgaben und Einnahmen muss von den Eltern in Form von Elternbeiträgen gestaffelt nach der gebuchtenBetreuungszeit geleistet werden.


Kapazität/Plätze

Die Einrichtung verfügt mittlerweile über 20 Plätze für Kinder ab drei Jahren (Stichtag 1.Januar des Folgejahres) bis zur Einschulung. Die Erhöhung auf 20 Plätze beruht zum einen auf den finanziellen Modalitäten des BayKiBig zum anderen auf der durch Renovierungen etc. geschmälerten Rücklagen. Um auch bei dieser veränderten Gruppengröße und Gruppenstruktur eine hochwertige Kinderbetreuung garantieren zu können, sind die oben erwähnten neuen Räume zur pädagogischen Differenzierung nötig.


Betreuungsgebühr

Der Kinderladen finanziert sich zum einen über Zuschüsse des Jugendamtes nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBig), sowie durch die monatliche Betreuungsgebühr, die die Eltern direkt zu entrichten haben. Dieser monatliche Beitrag der Eltern ist abhängig von der gebuchten Betreuungszeit und muss von der Mitgliederversammlung beschlossen werden. Für die Eltern besteht die Möglichkeit beim Jugendamt die (teilweise) Übernahme der Betreuungskosten durch die Wirtschaftliche Jugendhilfe zu beantragen.
Neben dieser Betreuungsgebühr entstehen noch Kosten für das Essen, sowie ein geringer Mitgliedsbeitrag für den Verein Die genaue Höhe dieser einzelnen Bestandteile kann im Kinderladen erfragt werden.


Personal

In der Einrichtung arbeiten drei ausgebildete Erzieherinnen in Teilzeit. Ergänzt wird das Team durch eine/n Berufspraktikant/in, die jeweils für ein Kinderladenjahr die Einrichtung begleitet. Während der Kernzeit sind mindestens zwei Erzieherinnen und die/der Praktikant/in anwesend, während den Randzeiten mindestens eine Erzieherin, sowie stundenweise noch die Praktikantin. Der Schichtplan orientiert sich dabei an den Erfordernissen der Eltern, die mit ihren Buchungszeiten den Rahmen für die Aufteilung der Erzieherstunden festlegen. Dadurch kann ein durchgehend hoher Betreuungsschlüssel gewährleistet werden.
Neben dem Fachpersonal stehen bei Bedarf auch noch Eltern und Honorarkräfte zur Verfügung, um bei Ausflügen oder Projekten das Team zu unterstützen oder um bei Krankheit einer Erzieherin den geregelten Betrieb des Kinderladens gewährleisten zu können.


Elternmitarbeit

Die Wilde 15 ist eine Elterninitiative, d.h. die Einrichtung sieht sich nicht nur als Betreuungsfirma, sondern strebt eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern an. Zu diesem Zusammenwirken zwischen Eltern und Kinderladen gehört z.B. die Teilnahme an den monatlichen Elternabenden, die zum einen Einblick in den Alltag der Kinder geben, zum anderen aber auch die Möglichkeit bieten, Einfluss auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen zu nehmen.
Die Eltern haben im Kinderladen im Gegensatz zu normalen Kindergärten mehr Rechte oder anders ausgedrückt: Möglichkeiten, jedoch auch mehr Pflichten, denn eine Elterninitiative funktioniert nur mit dem Engagement der Eltern. Zu diesen Aufgaben gehören die oben bereits erwähnten Elterndienste bei Krankheit des Personals, die Unterstützung des Personals bei Ausflügen und Projekten, aber auch Arbeiten wie Gartenpflege, Reparaturen, Sommerputz, sowie einige spezielle Aufgabenbereiche wie Vorstandsarbeit, Hausverwaltung, Einkaufsdienst etc.
Darüber hinaus bereiten die Eltern im täglichen Wechsel das gemeinsame Frühstück der Kinder zu, d.h. die benötigten Lebensmittel einkaufen, das Frühstück zubereiten und am Abend nach dem Kinderladentag die Einrichtung putzen.


Öffnungszeiten/Schließzeiten

Der Kinderladen ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.00 Uhr geöffnet, am Freitag von 7.30 bis 14.30 Uhr. Die Öffnungszeiten können jedoch auf der Mitgliederversammlung geändert werden.
Zwischen 7.30 und 9.15 Uhr können die Kinder gebracht werden. Um einen qualitativen täglichen Austausch zwischen Fachpersonal und Familien zu ermöglichen, findet zwischen 14.15 Uhr und 16.00 Uhr eine gleitende Abholzeit statt. In dieser Zeit werden ausgiebige Tür und Angelgespräche geführt, in welchen wichtige Details, wie beispielsweise Entwicklungsschritte, Konflikte, etc. des Tages ausgetauscht werden. Die Eltern bekommen hier auch Raum vom Familienalltag zu berichten.
Der Kinderladen schließt parallel zu den Schulferien, Weihnachten, Ostern sowie drei Wochen der Schul-Sommerferien. Weitere Schließzeiten werden auf der Mitgliederversammlung besprochen.


Räumlichkeiten

Der Kinderladen besteht aus mehreren Räumen. Zunächst gibt es einen großen Gruppenraum, der zum einen für Frühstück und Mittagessen als Speiseraum und zum anderen für kleinere Mal- und Bastelangebote, Projektarbeit, Besprechungsrunden genutzt wird, sowie für ruhige Spiele. Er enthält darüber hinaus eine Leseecke und Regale mit Spielen, Büchern und Bastelmaterial. An diesen Raum gliedern sich eine Küche und ein Büro an, die jedoch für die Kinder nur eingeschränkt zugänglich sind. Ein zweiter Gruppenraum mit Puppenecke, Bauecke und Polsterecke ermöglicht zum einen das Toben, zum anderen aber auch das konstruktive Spielen, sowie Rollenspiele. Als weitere Spielmöglichkeit wird oft auch die mit einem Vorhang abtrennbare Garderobe genutzt, die das Bedürfnis nach Rückzug befriedigt. Neben der Garderobe befindet sich der Wasch- und Toilettenraum mit Wickelstation.

 

Darüber hinaus wurden im Jahr 2005 zwei weitere Räume (mit Toilette) im Nachbarhaus angemietet. In den neuen Räumen finden neben umfangreicheren Kreativprojekten auch unsere angebotenen Kleingruppen statt.


Hier wird eine Teilung der Gruppe möglich, die zum einen mehr und vielfältigere Angebote schafft, zum anderen jedoch eine gleichbleibend hohe Betreuungsqualität durch kleine Gruppen garantiert.

 

Wenn es das Wetter zulässt, findet ein großer Teil des Kinderladentages im Garten statt. Dieser befindet sich in direkter Nähe zum Kinderladen auf der Stadtmauer. Der mit altem Baumbestand gut von direkter Sonneneinstrahlung und den Geräuschen der Stadt abgeschottete Garten bietet den Kindern einen wunderbaren Freiraum mit unendlichen Spiel-, Lern- und Beschäftigungsmöglichkeiten wie beispielsweise Matschloch, Schaukel, Klettergerüste, zwei Gartenhäuschen, viele Kinderfahrzeuge etc.


Aufnahme neuer Kinder

Die Aufnahme neuer Kinder orientiert sich an der altersgemischten Konzeption des Kinderladens. Entsprechend wird bei der Auswahl auf ein ausgewogenes Verhältnis bzgl. Alter und Geschlecht geachtet. Geschwisterkinder werden grundsätzlich bevorzugt.


Interessierte Eltern können sich am Infotag vorstellen und dabei den Kinderladen und die Eltern kennen lernen. Die Mitglieder des Vereins entscheiden über die Aufnahme der neuen Eltern und Kinder.

 

Die grundlegende Aufgabe für das Fachpersonal hinsichtlich der neuen Kinder ist die behutsame Eingewöhnung. Die Aufnahme eines Kindes erfordert ein planvolles Vorgehen und viele Absprachen zwischen Eltern und Einrichtung. Von der Gestaltung dieses Übergangs hängt entscheidend ab, ob sich ein Kind gut einlebt und sich zwischen Eltern und Erzieherinnen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt.


Die Aufnahme wird schrittweise und individuell gestaltet, damit allen Beteiligten Zeit bleibt, sich in die aktuelle Situation hineinzufinden und neue Beziehungen allmählich aufzubauen. In der Regel geschieht dies in Anwesenheit eines Elternteils in der Gruppe. Das Kind erhält dadurch Sicherheit und die Erzieherin kann im Gespräch viel über die Gewohnheiten und Bedürfnisse erfahren. Für diese Phase sollten die Eltern genügend Zeit einplanen.
Die Dauer der Besuche der Kinder wird im Verlauf der Eingewöhnungszeit allmählich gesteigert. Pflege- und Spielzeiten werden berücksichtigt. Nachdem das Kind die neue Umgebung besser kennt, wird die Anwesenheit eines Elternteils zunehmend weniger. Die Kinder nehmen am normalen Ablauf des Kinderladenalltags teil, finden ihre Position im sozialen Gefüge und erhalten durch die Entwicklung von ersten Freundschaften neue Sicherheit.


Eingewöhnung der Eltern in den Verein-> Patenschaft, erster Ausflug im Herbst


Tagesablauf

Der Tagesablauf bietet einen sicheren Rahmen, der es den Kindern ermöglicht, ihre individuellen Interesse zu befriedigen, sich aber darüber hinaus auch als Teil einer Gruppe wahrzunehmen.

 

Frühstück
Das Frühstück findet gleitend zwischen 08.45 Uhr und 09.30 statt. Da die Tagesstrukturen jedes Kindes verschieden sind, manche um 07.30 kommen und bald Hunger haben, andere um 09.15 bereits gut gefrühstückt kommen, ist es unser Anliegen auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Dies wird mit dem gleitenden Frühstück geschaffen, bei dem die Kinder kommen dürfen, ob und wann sie möchten. Am Tisch ist eine Betreuungskraft, welche mit den Kindern im Gespräch ist und Sorge für eine angenehme Essensatmosphäre trägt.

 

Die große Frühstückstafel bietet Interaktionsmöglichkeiten zwischen anwesenden Kindern, Eltern, die ihre Kinder beim Ankommen noch begleiten und den Erziehern.


Hier ist der erste Zeitpunkt im Tagesablauf mit den Kindern, Eltern und Erzieher gemeinsame Zeit verbringen können.

 

Die Eltern, die jeden Tag abwechselnd das Frühstück zubereiten, sorgen für ein ausgewogenes, gesundes vollwertiges Frühstück in Bioqualität mit verschiedenen aber nicht zu vielen Angeboten und viel frischem Obst und Gemüse.

 

Morgenkreis
Nach dem Frühstück treffen sich alle Kinder und BetreuerInnen im Morgenkreis. Dieser findet im vorderen Gruppenraum statt und dauert ca. 30 min. Jedes Kind nimmt sich ein Bodenkissen und setzt sich in den Kreis. Der Kreis startet mit einem Anfangslied, bei dem alle Namen der Kreisreihenfolge besungen werden. Die Kinder werden somit alle begrüßt, hören ihren Namen, die Namen der anderen. Danach dürfen zwei Kinder die anderen Kinder zählen. Falls Kinder fehlen wird bis zur 20 hochgezählt. Hier wird spielerisch mathematisch Verständnis eingeübt. Danach ermitteln wir gemeinsam, welche Kinder fehlen. Das gibt den Kindern Orientierung wer heute nicht da ist, wo die fehlenden Kinder sind, ob Krank oder im Urlaub. Jedes Kind bekommt somit Wertschätzung von der Gruppe und fühlt sich gesehen.


Um Orientierung in der Woche, dem Monat und dem Jahr zu geben, wird das jeweilige Datum besprochen.


Nachdem Anfangsritual, findet die Morgenkreisaktion statt. Häufig werden kleingruppenübergreifende Projekte vielfältig bearbeitet. Auch Feste, wie Geburtstage, Abschiede oder Jahreskreisfeste werden im Morgenkreis gefeiert. Abrundend und als Orientierung bietend wird anschließend der Tagesablauf mit den Kindern besprochen und im Plenum Entscheidungen diskutiert, abgestimmt bzw. getroffen. Die Gründe über Entscheidungen, welche das Team vorher ohne Beteiligung der Kinder getroffen hat, werden Transparent der Gruppe erklärt.

 

Freispielzeit
Vor dem Frühstück und zwischen Frühstück und Mittagessen ist „Freispiel-Zeit̋. Die Kinder können frei entscheiden, mit wem sie spielen, wo sie spielen, was sie spielen und welches Material sie dazu verwenden wollen. Die Freispielzeit ist eine sehr wichtige Lernsituation für die Entwicklung der Kinder. Im ständigen Lernen, sowohl im Umgang mit der eigenen Person, den eigenen Fähigkeiten und Gefühlen, als auch im Umgang mit der Persönlichkeit und den Bedürfnissen und Gefühlen der Anderen bewegen sie sich im Raum. Die Erzieherinnen helfen den Kindern bei der Umsetzung ihrer Ideen, stellen Material zur Verfügung und geben bei Bedarf Anregungen.


    Soweit das Wetter es zulässt, findet diese Zeit auch im Garten oder draußen statt.
Allerdings bietet der Zeitraum zwischen Frühstück und Mittagessen auch die Möglichkeit Projekte in kleineren oder größeren Gruppen durchzuführen. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Interessen und Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen gewahrt bleiben.

 

Mittagessen
Um 12.30 Uhr gibt es Mittagessen, das von einem Nürnberger Biorestaurant geliefert wird. Die Kinder sitzen in Gruppen mit jeweils einer Erzieherin bzw. der Praktikantin an den Tischen. Das Mittagessen wird in Glasschüsseln auf den Tischen platziert, soll von den Kindern selbstständig erreichbar sein, ebenso wie die Getränke. Hier legen wir großen Wert darauf, dass die Kinder sich ihr Essen selbst auftragen, ebenso wie sich an den Getränken zu bedienen, um ihre Selbstständigkeit und ihre Selbstwirksamkeit zu fördern. Somit lernen die Kinder ihren Hunger und Durst einzuschätzen.


 Speisen, die einem Kind nicht schmecken, muss es nicht essen. Es gibt keinen Probierzwang. Die Kinder sollen das Mittagessen als ein ästhetisches und kommunikatives Ritual wahrnehmen dürfen, bei dem sie sich wohlfühlen und ihren Bedürfnissen in ihrem Tempo nachkommen können.


Mittagsruhe
Nach dem Mittagessen wird vom pädagogischen Personal die Mittagsruhe vorbereitet.
Zum einen wird die Polsterecke abgedunkelt, es werden Kissen und Decken bereitgelegt und ein Snoozlekuscheltier, welches Entspannungsmusik spielt und Lichtprojektionen an Decke und Wände wirft, bereitgelegt. Dieser Ort ist den Kindern vorbehalten, welche noch einen Mittagsschlaf brauchen, beziehungsweise eine sehr ruhige Zeit erleben möchten. Hier ist eine Erzieherin gegenwärtig, welche mit den Kindern kuschelt und sie in den Schlaf begleitet.

 

Auch der vordere Raum, in dem die zweite Mittagsruhe angeboten wird, wird abgedunkelt. Ein Schwungtuche an der Decke, Matratzen, Kissen und Leuchtkugeln in der Mitte des Raumes, verwandeln diesen in eine Oase der Ruhe. Auch hier ist mindestens eine ErzieherIn vor Ort, welche den Kindern eine fortlaufende Geschichte, welche sich die Kinder aus einem Sammelsurium aus vorhandenen Büchern demokratisch aussuchen, vorgelesen.

 

Die Kinder, welche keinen Mittagsschlaf benötigen, dürfen sich von Tag zu Tag frei entscheiden, bei welcher Form der Mittagsruhe sie teilnehmen möchten. Welches Kind einen Schlaf benötigt, wird durch die Beobachtungen der ErzieherInnen und der Eltern am Nachmittag, dem Verhalten der Kinder in den angebotenen Mittagsruhen und dem jeweiligen Wunsch der Kinder entschieden. Wir zwingen kein Kind zu schlafen, möchten die Bedürfnisse und die Selbstbestimmung der Kinder achten, legen jedoch Wert auf eine ruhige und gemütliche Mittagsruhe, so dass sich das Erlebte und Gelernte des Tages verfestigen kann. Die Mittagsruhe zwischen 30 min. und 45 min., Kinder die einschlafen dürfen nach dieser Zeit weiterschlafen und werden nach ca. einer Stunde, bei Bedarf etwas eher oder später geweckt.


 Zähne putzen
Nach der Mittagsruhe gehen die Kinder in kleineren Grüppchen zum Zähne putzen. Sie dürfen aus verschiedenen Zahnpasten wählen, sich selbst etwas auf die Bürste auftragen und werden beim Putzen durch das Personal begleitet. Auch hier ist uns Partizipation, also in welcher Kleingruppe gehe ich, welchen Geschmack benutze ich, ebenso wie die Selbstständigkeit, wichtig. Die Kinder dürfen selbst putzen und werden durch Lieder oder Geschichten beim Putzen begleitet. Sie lernen hier ganz spielerisch, was und wo im Mund geputzt werden sollte. Bei Bedarf wird nachgeputzt

 

Gleitende Abholzeit
Ab 14.15 beginnt die gleitende Abholzeit. Die Eltern dürfen, je nach gebuchter Zeit, ihre Kinder abholen und im Kinderladen oder Garten noch mit ihren Kindern verweilen. Sie haben die Möglichkeit den Alltag ihres Kindes direkt im Kinderladen durch Erzählungen der Kinder zu erfahren. Sie lernen die anderen Kinder und anwesenden Eltern kennen, können in den Austausch untereinander gehen und mit ihren Kindern noch lesen oder spielen.
Auch das pädagogische Personal steht für kürzere Gespräche zur Verfügung. Eine familiäre Atmosphäre ist uns wichtig.

 

 Ausflüge

Im Kinderladen finden regelmäßig Ausflüge und Projekte statt. Bei den Ausflügen wird zum einen die nähere Umgebung des Kinderladens erkundet. So führen diese beispielsweise in den Burggraben oder in kleinen Gruppen auch einmal in die umliegenden Läden, um Besorgungen für den Kinderladen zu erledigen.


Andererseits wird der Radius, mit dem die Kinder ihre Umwelt entdecken auch deutlich weiter ausgedehnt.

 

Häufige Ziele sind:

• Museen
• Theater
• verschiedene Institutionen (Post, Feuerwehr etc.),
• Tiergarten
• Planetarium
• Bauernhof
• Historische Orte (Burg etc.)
    • oder projektbezogene Ziel


Der Höhepunkt des Jahres: Lindersberg

 

Jedes Jahr im Sommer verreist der Kinderladen mit allen Kindern eine Woche lang in ein Selbstverpflegerhaus/Pfadfinderhaus in der Nähe der Burg Feuerstein. Begleitet werden die Kinder von den Erzieherinnen und der Praktikantin. Einige Eltern fahren mit, um für die Versorgung der Kinder mit Essen zu sorgen.
Oft stellen Kinder, die bereits einmal die Reise mitgemacht haben, bereits im Winter die Frage, „wann wir denn nach Lindersberg fahren̋. Die älteren Kinder stecken dadurch die neuen Kinder mit der Vorfreude und der Spannung auf die nächste Reise an. Einige Wochen vor Abreise findet als eine Art Vorübung eine Übernachtung im Kinderladen statt.
Für die meisten Kinder ist diese Reise die erste längere Trennung von den Eltern und es gibt den Kindern ein enormes Selbstbewusstsein, dass sie eine Woche lang, eingebettet in eine Gruppe vertrauter Menschen, alleine für viele Dinge verantwortlich sind, welche ihnen sonst die Eltern abnehmen. Man kann den Kindern nach dieser Woche richtig anmerken, dass sie selbständiger geworden sind.
Neben der Entwicklung der Persönlichkeit des Einzelnen trägt die Reise auch stark zur Entwicklung der ganzen Gruppe bei. Freundschaften stabilisieren sich oder es entstehen neue. Durch den Selbstversorgungsaspekt entwickelt sich eine Dynamik des Miteinanders, der gegenseitigen Unterstützung und der Rücksichtnahme auf Einzelne und auf die Gruppe.
Mittlerweile hat sich ein Elternwochenende (gegen Ende des Kinderladenjahres) etabliert, an welchem sich die aktuellen Familien mit Ehemaligen in Lindersberg treffen, um gemeinsam zu feiern.

 

 

3 Pädagogische Inhalte

 

Kinder sind unsere besten Lehrer
Sie wissen bereits,
wie man wächst,
wie man sich entwickelt,
und entdecken,
was gut ist
und was schlecht
für die Menschen ist
und welches seine
Bedürfnisse sind.
Sie wissen bereits, wie man liebt und
fröhlich ist
und das Leben ausschöpft,
wie man arbeitet,
stark und voller
Energie ist.
Alles was sie brauchen,
ist der notwendige
Raum dafür.

 

Violett Oaklander

 

Gesellschaftlicher Hintergrund

Der gesellschaftliche Wandel wirkt sich zunehmend auf die Entwicklung der Kinder aus. Die markantesten Faktoren sind:

 

• Immer häufiger arbeiten beide Elternteile
• Die Zahl der Alleinerziehenden steigt
• Die Kinder verbringen einen sehr hohen Anteil ihrer Zeit in den Einrichtungen
• Kinder wachsen immer häufiger ohne Geschwister auf

 

Um diesen gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden, muss sich auch der Kinderladen in seiner Struktur und Organisation neu orientieren, ohne jedoch die pädagogische Grundhaltung aus den Augen zu verlieren. Der Kinderladen soll die Kinder nicht nur ganztags betreuen, sondern sie in ihrer Entwicklung unterstützen und fördern, die Eltern entlasten, sowie eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Einrichtung ermöglichen. Darüber hinaus soll jedoch nicht nur die individuelle, sondern auch die Entwicklung der Gruppe begleitet werden.

 

Partizipation

Für das pädagogische Team und die Eltern bedeutet Partizipation, mit den Kindern in den Dialog zu treten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, Entscheidungen zu treffen und somit Aushandlungsprozesse auf gleicher Augenhöhe zu erreichen. Sie zeigen mit ihrer Haltung, dass sie davon überzeugt sind, dass jedes Kind etwas Bedeutendes zu sagen und beizutragen hat.
In diesen Partizipationsprozessen bekommen Kinder die Möglichkeit ihre personalen, sozialen und lernmethodische Kompetenzen weiter zu entwickeln.


Sie äußern ihre Meinung und vertreten sie. Ihre Äußerungen werden wahrgenommen und zum Gegenstand von Aushandlungsprozessen gemacht. Sie erleben, wie wichtig ihr Beitrag für die Gruppe ist und das sie etwas bewirken können.


Sie erarbeiten gemeinsam mit anderen Strategien um gemeinsam mit anderen Menschen Probleme zu lösen. Kommunikationsfähigkeiten, individuelle Lösungskompetenzen und die Fähigkeit zu kooperieren werden so weiterentwickelt.


Sie erfahren in den Beteiligungsprozessen Grenzen, die eigenen und die, die die Gemeinschaft setzt. Dabei ist die Entscheidungsfindung kein undurchschaubarer sondern ein transparenter Prozess. Sie erfahren, was geschieht, warum, wie und wo. Diese für das Kind durchschaubaren Prozesse fördern das Verantwortungsbewusstsein.


Innerhalb eines, von den Pädagogen durchdachten Rahmens, dürfen die Kinder viele Entscheidungen für sich oder in der Gemeinschaft treffen.


Der situationsorientierte Ansatz

Kinder lernen zunächst vorwiegend handlungs- und erfahrungsbezogen. Emotionale Prozesse, aktuelle Bedürfnisse und Spontanität spielen beim Lernen eine wichtige Rolle. Für die tägliche Praxis dürfen deshalb Inhalte, Methoden und Medien nicht nur theoretisch entwickelt werden, sondern müssen unter Berücksichtigung der aktuellen Situationen im Einzelnen immer wieder konkret bestimmt werden. Ihr Sinn muss den Kindern erkennbar sein; jeder Lerngegenstand muss für das Kind durchschaubar gemacht werden und stimmig sein.


Um dieser Aktualität gerecht zu werden, gehört es zu den Aufgaben jeder Erzieherin, sich durch Beobachten und Gespräche ein Bild vom Kind in der Kindertagesstätte und von seinen familiären Verhältnissen zu machen. Sie stützt hierauf die Auswahl und Strukturierung der Erziehung- und Bildungsarbeit. Grundlagen dazu bilden die Lebens- und Bildungsbereiche des Kindes.


Der situationsorientierte Ansatz ist immer aktuell und bietet die Möglichkeit...


...an die Interessen des Kindes beziehungsweise der Gruppe anzuknüpfen und auf aktuelle Ereignisse flexibel einzugehen


...erlebnis-, gedanken- und handlungsbezogenen Lernweisen Rechnung zu tragen


...auf den vorhandenen Erfahrungsbereich aufzubauen


...die unterschiedlichen Erfahrungen und Erlebnisse des einzelnen Kindes für die Kommunikation untereinander zu nutzen


...den Kindern angemessene Hilfen zur Verarbeitung von Konflikten zu geben


...dem einzelnen Kind einerseits Anregungen anzubieten, ihm andererseits den Freiraum zu belassen, jeweils seine Absichten und Möglichkeiten im Rahmen seiner Fähigkeiten zu verwirklichen.

 

 Kleingruppen- und Projektarbeit

Vor allem zu erwähnen sind die Kleingruppen, in die die Gesamtgruppe jedes Jahr von neuem aufgeteilt wird. Dies findet durch das pädagogische Personal statt. Hierbei werden die individuellen Entwicklungsstände der Kinder und ihr Alter berücksichtigt. Nach der Eingewöhnungsphase werden die Gruppen gebildet. Jede Kleingruppe wird von einem Mitglied des Teams begleitet. Die Gruppenmitglieder geben sich in einem demokratischen Prozess einen eigenen Namen und sammeln zunächst ähnliche Interessen. Aus dieser Sammlung entwickeln sich verschiedene Projekte, an denen die jeweilige Gruppe gemeinsam arbeitet. Themen wie: „Wir forschen über das Fliegen, Wasser, Explosionen, Farben o.ä.“ werden hier spielerisch von den Kindern mit Unterstützung der Gruppenleitung ins Leben gerufen. Aber auch musisch- kreative Gruppen, wie eine Theatergruppe, Kochgruppe oder Musikgruppe werden gegründet.
Wichtig sind uns die Aspekte Partizipation und Situationsorientierter Ansatz und die damit einhergehende pädagogische Haltung. Wir gehen davon aus, ganz nach Piaget, dass das Kind der Akteur seiner Entwicklung ist und wir die BegleiterInnen auf diesem Wege sind.

Aber auch kleingruppenübergreifende Projekte werden im Kinderladen durchgeführt. Solche Projekte werden entweder von den Erziehern angeregt und von den Kindern aufgegriffen oder kommen von den Kindern selbst. Hier bearbeiten wir vor allem soziale Themen, sprechen und bearbeiten gesellschaftliche Werte. Beispiele hierfür sind, der Giraffentraum nach der Gewaltfreien Kommunikation, was ist Freundschaft, Teilen und Schenken, usw. Die Projektarbeit geht meist über mehrere Wochen mit einer entsprechenden Vor- und Nachbereitungszeit, in der mit den Kindern das Projekt besprochen, Material gesammelt oder eine Idee weiterentwickelt wird. Soweit möglich, werden die Projekte so gestaltet, dass sie viele Aspekte in der Lebenswirklichkeit und in der Persönlichkeit der Kinder ansprechen.

 

Im Projekt erfahren die Kinder ihre Tätigkeit als sinnvoll, wenn das Thema aus ihrem Lebensbereich stammt, weil sie darüber mitentscheiden und gemeinsam nach Ideen und Vorschlägen zum Thema suchen können. Dabei ermöglicht die Projektarbeit ein ganzheitliches Vorgehen, in dem die sozialen, emotionalen, motorischen, kognitiven und kreativen Fähigkeiten unterstützt und gefördert werden. Über das Selbsttätigwerden können die Kinder die Abläufe in einem Projekt von der Planung über die Durchführung bis hin zur Reflexion miterleben und nachvollziehen. So lernen sie die Folgen des eigenen Handelns kennen und ihr Verhalten zu reflektieren. Durch diese aktive Mitgestaltung werden das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein gestärkt.

In der Wilden 15 werden die Kinder von Anfang an in die Projektarbeit mit einbezogen. Sie können ihre Ideen einbringen, sie lernen, einander zuzuhören, ihre Meinung zu vertreten und die Meinung anderer zu akzeptieren. Der Projektverlauf ist offen angelegt, d.h. er bietet Raum für neue oder weiterführende Ideen und Anregungen der Kinder, Erzieherinnen und Eltern.

 

Altersgemischte Gruppe

Im Kinderladen „Die Wilde 15̋ werden Kinder zwischen 2,8 und 6 Jahren betreut. Diese Altersmischung bringt den Kindern Vorteile in jedem Entwicklungsbereich, d.h. sowohl in der sozialen, als auch in der sprachlichen und geistigen Entwicklung.


In altersgemischten Gruppen wird dem Kind zu größtmöglicher Selbständigkeit und Eigeninitiative verholfen, ihm können vielfältige Möglichkeiten zum sozialen Lernen in natürlichen Lebenssituationen angeboten werden; die sprachliche und nicht-sprachliche Verständigung der Kinder untereinander kann in bestmöglicher Weise unterstützt und die geistige Entwicklung angeregt werden.


Die jüngeren Kinder bekommen durch das Vorbild der älteren Kinder bei der Teilnahme an deren Spielen, sei es beobachtend oder aktiv, auf natürliche Weise eine Fülle von Anregungen, die durch nachahmendes Lernen aufgenommen werden. Kleinkinder in altersgemischten Gruppen zeigen eine höhere Selbstständigkeit und mehr emotionale Sicherheit als in Krippengruppen.
Die älteren Kinder können durch das gemeinsame Tun mit den Jüngeren ihre sozialen und kognitiven Fähigkeiten erproben und vertiefen, indem sie ihnen helfen, etwas zeigen und erklären. Das so gestärkte Selbstwertgefühl ist ein guter Start für den Übergang zur Schule.
Die Gruppenform ist hinsichtlich der Größe, Gruppenzusammensetzung, Raumaufteilung und personeller Besetzung so konzipiert, dass sich ein förderliches Gruppenleben entwickeln kann und alle Kinder zu ihrem Recht kommen.

 

Soziale und emotionale Kompetenzen

Im täglichen Umgang mit den Kindern stehen im Kinderladen die individuellen Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund. Die Kinder sollen sich im Kinderladen wohl fühlen und sich entsprechend ihrer Persönlichkeiten entfalten können. Die Kinder werden mit all ihren Stärken und Schwächen als eigenständige Persönlichkeiten gesehen. Dazu gehören zwei grundlegende Voraussetzungen:

 

Kinder nehmen, wie sie sind
Jedes einzelne Kind wird in seiner Individualität und seiner jeweiligen Tagesform angenommen, geachtet und respektiert.

 

Geduld miteinander
Den Kindern wird in allen Bereichen die Zeit gegeben, die sie brauchen, beim Spielen, beim Erzählen, beim Essen usw. Im Vordergrund steht im Kinderladen die Geduld im Umgang mit den Kindern. Schwierige Situationen lassen sich am nachhaltigsten mit Geduld meistern. Entsprechend dieses Vorbildes lernen auch die Kinder einen gelassenen Umgang miteinander.


Selbstbewusstsein

Im Kinderladen wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Kinder ihre Stärken und Schwächen kennen und einschätzen lernen. Schwächen werden gesehen, akzeptiert und begleitet, Stärken unterstützt, anerkannt und gefördert. Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten stellt die Grundlage für ein positives Selbstkonzept des Kindes dar, auf dessen Basis sich die Entwicklung der Persönlichkeit vollziehen kann.


Selbständigkeit

Die Kinder werden zur Selbständigkeit geführt, d. h. es wird ihnen entsprechend ihres Alters viel zugetraut, sie können Aufgaben übernehmen und damit Verantwortung für sich und ihre Umwelt positiv erfahren. Sie lernen, sich selbständig in neue Situationen einzufinden, Vertrauen in die Gruppe auch in unbekannten Umgebungen zu entwickeln und sich positiv auf Veränderungen einzustellen.


Sicherheit

Grundsätzlich entsteht für die Kinder ein Gefühl der Sicherheit, da sie angenommen werden, wie sie sind. Dieses ist Voraussetzung für ein zwangloses, angstfreies Ausleben der Kinder im Spiel.


Im Kinderladen gibt es klare Regeln. Die dadurch gesetzten Grenzen bieten den Kindern Sicherheit und begrenzen den (Frei-)Raum, den sie für ihr Handeln nutzen können. Dadurch entseht ein sicherer Raum, der gefüllt werden kann mit Kreativität und individueller Entfaltung, alleine oder in der Gruppe.


Kinder vertrauen Bezugspersonen. Durch den intensiven Umgang mit den Bezugspersonen, können die Kinder diese einschätzen und es entwickelt sich Nähe und Vertrauen. Da das Team in seiner Vorbildfunktion offen mit Fehlern und Schwächen umgeht, entsteht für die Kinder das sichere Gefühl, dass auch Erwachsene nicht unfehlbar sind und dass keiner perfekt sein muss.


Freies Spiel

Kinder brauchen „Erprobungsfelder̋, in denen sie ihre Erfahrungen sammeln können, um Basiskompetenzen entwickeln zu können. Das wichtigste Erprobungsfeld ist die Freispielzeit, dem im Kinderladen viel Zeit gewidmet wird.


In den unterschiedlichsten, von den Kindern entwickelten Rollenspielen, können die Kinder ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Sie leben Ideen aus, verarbeiten Erlebnisse, lernen aufeinander einzugehen und erfahren dabei sowohl die eigenen Grenzen, als auch die Grenzen der Anderen. Durch den im Kinderladen bestehenden Freiraum lernen die Kinder auch mit unangenehmen, aber ehrlichen Gefühlen wie Frust, Ärger, Wut und Trotz umzugehen.


Sozialverhalten

Besonderes Augenmerk wird auf den sozialen Umgang der Kinder im Kinderladen gerichtet. Die Kinder erleben, wie sie in einer Gruppe akzeptiert werden, wie sie ihre eigenen Wünsche mit denen der anderen Kinder vereinbaren können. Sie erfahren Grenzen durch andere Kinder und lernen, eigene Grenzen zu erkennen und durchzusetzen.
Die Kinder entwickeln dadurch Verhandlungsgeschick und Konfliktfähigkeit. Die Erzieherinnen greifen in Konfliktfällen unterstützend ein, wenn für die Kinder Krisen entstehen, die sie nicht selbst lösen können. Von den Bezugspersonen wird ihnen mit Respekt, Achtung, Offenheit und Humor begegnet, was ein Vorbild für den Umgang untereinander darstellt. Durch die altersgemischte Kindergruppe lernen die Kinder Rücksichtnahme auf die jeweils Größeren oder Kleineren, aufeinander zu achten und sich gegenseitig zu helfen oder zu trösten.


Umgang mit Stresssituationen/Resilienz

Ein wichtiger Aspekt ist die Förderung der Resilienz. Die Kinder sollen gestärkt werden, um auf Belastungen, Veränderungen und Stresssituationen gut reagieren zu können. Grundlegende Faktoren sind Konfliktlösestrategien, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Frustrationstoleranz.
Die Kinder lernen, eine aktive Einstellung zu Problemen zu entwickeln, um schwierigen Situationen selbstbestimmt entgegentreten zu können. Auch die Vitalität muss gefördert werden, in der Einrichtung beispielsweise durch Bewegung, frische Luft, Sport, aber auch durch eine ausgewogene vollwertige Ernährung.
Weiterhin ist es für die Kinder wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ihnen und ihrem Körper gerade gut tut. Dies ist vor allem möglich durch Gespräche mit den Erzieherinnen, in denen das Wohlfühlen und Nichtwohlfühlen hinterfragt wird. Aber auch Turnen und Yoga leisten hierzu ihren Beitrag.


Sprachentwicklung

Sprache ist ein fest verwurzelter Teil des Lebens. Wir reden den ganzen Tag bei Tisch, beim Spielen, beim Basteln und beim (Vor-)Lesen, beim Wickeln, beim Kommen und Gehen. Sprache ist jedoch nicht nur das gesprochene Wort, Sprache ist Kommunikation. Sie vermittelt aufeinander bezogenes Handeln, ist somit beispielsweise gleichzeitig Ursache wie auch Lösung von Konflikten und stellt eine universelle Kompetenz dar, um selbstbewusst und kreativ die Persönlichkeit entfalten zu können.


Kinder lernen das Sprechen durch Hören und Nachahmung. Sie üben, indem sie neue Wörter und Sätze beim Sprechen immer wieder einsetzen. Je mehr ein Kind zum aktiven Sprechen aufgefordert und herausgefordert wird, desto größer wird sein Sprachschatz sein. Daher werden mit den Kindern viele Spiele gestaltet, die zum Sprechen, Zuhören, Fragen, Erklären und Mitteilen anregen.


Die Kinder reden im Alltag miteinander, stellen Fragen und suchen nach Antworten. Sie äußern ihre eigene Meinung und hören einander zu. Dabei erlernen sie eine Sprachsensibilität, sowohl für den richtigen Gebrauch der Wörter, als auch für ihre Kommunikation(-sstrategien) mit anderen.


Bilderbuchbetrachtungen gehören dabei zu den wirksamsten Formen der Sprachförderung. Wird diese Betrachtung als Dialog gestaltet, eröffnet sie dem Kind besonders vielfältige Lernchancen. Sie enthält eine Vielzahl von Dingen und Ereignissen, die Kinder in Bild und Gespräch kennen lernen können und dient damit auch der Wortschatzerweiterung. Daneben kommen Rollenspiele, Sprechverse, Reime und Lieder zum Einsatz, um Sprachmuster zu festigen und die Sprachentwicklung zu fördern.


Förderung von Phantasie und Kreativität

Phantasie und Kreativität sind natürliche Eigenschaften von Kindern und durchziehen alle ihre Lebenssituationen. Kinder setzen sich uneingeschränkt und phantasievoll mit den Materialien auseinander und beurteilen weniger als Erwachsene, ob daraus etwas entsteht. Kinder gehen mit allen Sinnen und mit ihrem ganzen Körper ans Werk. Das Erlebnis ist wichtiger als das fertige Produkt.


Kreativ sein heißt, vielfältige Wege suchen und sich nicht so sehr von einer einzigen Lösung überzeugen lassen. Kinder werden angeregt, mit vielfältigsten Materialien umzugehen, sie kennen zu lernen und ihre persönlichen Ausdrucksformen zu entdecken. Dabei kommt es auch auf die Erfahrung der Sinne an, sie mit einzubeziehen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken: zu riechen und zu fühlen, zu schmecken und zu hören.


Unverzichtbare Materialien sind Sand und Wasser, Knetmasse, Ton, Kleister, Farben, Papier sowie alle natürlichen Stoffe wie Steine, Stöcke und Blätter, Schafwolle, Obst aus dem eigenen Garten und die Blumen in der Vase. Zu diesen Materialien gehört aber auch Musik – einfach zum Zuhören, zum Ruhen, Musik, die unterschiedlichste Stimmungen begleitet, zum Beispiel beim Malen oder am Nachmittag.


Kreative Ausdrucksformen finden sich aber auch im Rollenspiel der Kinder. Der Erfindungsreichtum und die Phantasie der Kinder sind uneingeschränkt. Erlebtes wird im Rollenspiel umgesetzt und verarbeitet.


Umwelt-, Sach - u. Naturbegegnungen

Im Bereich Sachwissen geht es uns darum, dem Kind Zusammenhänge aus seiner Erfahrungswelt zu erklären und darzustellen, wie z.B. die Jahreszeiten, Tiere und ihre Lebensweise, die Entstehung von Lebensmitteln oder Gebrauchsgegenständen, Berufe der Eltern etc.
Dieses Sachwissen wird vermittelt durch:

 

• konkrete Projekte
• Ausflüge / Besuch von Institutionen
• Bilderbücher mit erklärendem Inhalt
• tägliche Gespräche mit kindgerechten Antworten
• Einbeziehung der Kinder in die anfallenden Arbeiten des Kinderladenalltages wie z.B. Aufräumen, Gartenarbeiten etc.

 

Im Umgang mit der Natur soll den Kindern ein verantwortungsbewusster Umgang mit Pflanzen und Lebewesen vermittelt und ihnen die Zusammenhänge in der Natur verdeutlicht werden. Die Umwelterziehung beschäftigt sich mit dem sparsamen Umgang von Ressourcen und dem sachgerechten Umgang mit Materialien und Gegenständen im Alltag, beispielsweise beim Händewaschen, beim Plantschen, beim Basteln, beim Essen, oder auch beim stromsparenden Gebrauch von Licht und Elektrogeräten.


Sexualpädagogik

Im Zusammenhang mit der Elementarpädagogik blenden Erwachsenen gern aus, dass jeder Mensch als sexuelles Wesen auf die Welt kommt und neben seiner körperlichen auch immer die psychosexuelle Reifung durchläuft. Sexualität hat dabei immer mit unbewussten psychischen Anteilen zu tun und lässt sich deshalb nur schwer steuern, denn hier geht es um Lust und Frust, Neugier, Macht und Ohnmacht. Je mehr Hintergrund und Wissen zu der Thematik transparent gemacht werden kann, desto größer ist die Chance, klare Gefühle zu entwickeln. Je mehr Verständnis für die eigenen Gefühle vorhanden ist, umso klarer können eigene Schamgrenzen formuliert werden.

 

Wir wollen die Kinder bestärken, einen selbstbewussten Umgang mit ihrem Körper zu entwickeln, indem sie sich als Ganzes akzeptieren lernen, mit allen Stärken und Schwächen. Sie sollen sich mit anderen messen, vergleichen und sich selbst erforschen. In wie weit sich jedes Kind dabei „zeigen̋ möchte, muss sensibel erspürt werden. Ob es nun um „Doktorspiele̋ geht oder das Umkleiden beim Turnen. Wir wollen, dass Kinder ihr individuelles Regelwerk entwickeln können, um eigene Bedürfnisse und Grenzen im Kontext mit anderen zu definieren. Gemeinsam mit den Kindern werden Antworten auf ihre Fragen gesucht, mit für sie verständlichen Worten und Bildern aus ihrem gewohnten Umfeld.


Interkulturelle Offenheit/demokratische Erziehung

Unsere Gesellschaft ist multikulturell. Diese Vielfalt ist nichts Ungewöhnliches mehr und gehört zum normalen Alltag. Interkulturelles Lernen bedeutet erst einmal unterschiedliche Kulturen und Religionen kennen zu lernen, um dann dieses Neue in die eigene Kultur mit einbeziehen zu können.


Die ausländischen Familien, die nach Deutschland gekommen sind, haben eine Gratwanderung zwischen Angleichung an die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse und dem Festhalten an der eigenen Identität zu leisten. Im öffentlichen Leben werden viele Anpassungsleistungen abverlangt, im privaten Bereich bleiben die Traditionen des Heimatlandes oft lebendig.
Im Kinderladen wird Fremdes in seiner Andersartigkeit integriert; die deutschen gesellschaftlichen Rituale und Traditionen werden erklärt und gelebt. Das Fremde bleibt in seiner Andersartigkeit präsent und wirkt als Bereicherung. Es bietet die Chance eines annähernden und verstehenden Umganges miteinander. Der persönliche Austausch und das Feiern der je eigenen Feste soll dieses Miteinander fördern und festigen.


Sport und Bewegung

Kinder bewegen sich, ausgelassen, tobend und immer zum eigenen Vergnügen. Sie brauchen mehrmals am Tag die Gelegenheit, ihren großen Bewegungsbedürfnissen nachzukommen.
Die Entwicklung des Kindes ist ein ganzheitlicher Prozess, in dem die Bewegung eine ganz wichtige Bedeutung einnimmt. Dadurch lernen sie sich selbst und ihre körperlichen Fähigkeiten kennen. Sie erleben die Eigenarten der sie umgebenden Dinge, erfahren physikalische Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten und nehmen Kontakt zu ihren Mitmenschen auf. Kinder erschließen sich ihre Welt durch Bewegung. Damit ist Bewegungserziehung nicht nur auf eine Förderung der motorischen Entwicklung ausgerichtet, sondern sie sieht das Kind in seiner emotionalen, sozialen, geistigen und körperlichen Ganzheit und wird über Bewegung Einfluss nehmen auf die Gesamtentwicklung des Kindes: Bewegen macht schlau!
Um sich gesund entwickeln zu können, brauchen Kinder vielseitige, regelmäßige, tägliche Bewegungsanreize. Die Umwelt, in der Kinder heute aufwachsen, lässt ihnen aber kaum mehr Spielraum für selbständiges bzw. räumlich freies Handeln. Im Alltag ist die Rolltreppe selbstverständlich geworden und der Kletterbaum im Garten selten. Erfahrungen können aber nur im eigenen Handeln gemacht werden - so wird den Dingen auf den Grund gegangen.
Im Kinderladen gibt es regelmäßige, zeitlich festgelegte Bewegungsangebote, wie Yoga und Turnen. Zusätzlich gehen die Kinder mindestens einmal am Tag nach draußen, in den Garten oder zumindest auf einen Streifzug durch die nähre Umgebung des Kinderladens, den Burggraben oder spielen einfache Straßenspiele auf dem Vorplatz des Kinderladens.


Musik

Kinder aller Altersstufen haben Spaß an Rhythmik und Musik. Sie erzeugen gerne selbst Musik bzw. Rhythmen und bewegen sich auch sehr gerne zu bekannten Liedern.
Um dieses Bedürfnis zu unterstützen bieten wir an:

 

• Konkrete Angebote der elementaren Musikpädagogik
• Singspiele im Sitzkreis
• Bewegungsspiele
• Einsatz der Orff-Instrumente
• Vertonung von Klanggeschichten
• Klassische Musik und Kindermusik im Freispiel
• Wiederkehrende Lieder, Reime zu bestimmten Ritualen (Geburtstage, gemeinsames Essen)

Dabei soll die Musik nicht nur als konkretes Angebot gestaltet werden sondern auf vielfältigste Weise in den Alltag eingewoben sein.


Lernmethodische Kompetenz

Kinder sollten frühzeitig lernen, wie man lernt. Ein Kernziel ist, das Bewusstsein der Kinder für ihre Lernprozesse zu schärfen. Sie sollen sich darüber bewusst werden, dass sie lernen, was sie lernen und wie sie lernen. Kinder können effektiv und mit Verständnis lernen, wenn sie solch ein Bewusstsein für ihre Lernprozesse entwickeln und verstehen, worauf die Lernprozesse abzielen. Dies wird ihnen nicht nur dabei helfen, die Inhalte besser zu verstehen, sondern auch lernmethodische Kompetenzen zu erwerben.


Dazu wird der meta-kognitive Ansatz verwendet, der über das Nachdenken über das eigene Denken Bewusstsein für die eigenen Lernprozesse schaffen will, und der zugleich die Stärkung aller Basiskompetenzen ermöglicht. Die Kinder lernen für sie interessante Inhalte dadurch effektiver und nachhaltiger und mit mehr Bewusstsein und Verständnis für ihre Lernprozesse. Am besten wird dies erreicht durch Projekte oder Workshops, aber auch durch intensive Gespräche mit den Kindern über bestimmte Themen. Die Kinder behalten das am besten, was sie selbst ausprobiert haben.


4 Engagement der Eltern


Allgemeines

Als Elterninitiative ist der Kinderladen auf das Engagement und die Mitarbeit aller Eltern angewiesen. Das heißt vor allem, dass sich die Eltern für die Einrichtung verantwortlich fühlen, sich entsprechend engagieren und den Tagesablauf unterstützen.
Im Bereich der Elterninitiativen sind Rechte und Pflichten der Eltern stärker ausgeprägt. Das Engagement der Eltern wird aufgewogen durch eine größere Transparenz bzgl. des Alltags der Kinder in der Einrichtung, aber auch durch eine deutlich stärkere Teilhabe an den Entscheidungen, die Pädagogik und Organisation betreffen. Die Eltern haben im Kinderladen ein hohes Maß an Mitgestaltungsmöglichkeiten.


Elterngespräche

Eine besondere Form des Kontakts zwischen Erzieherinnen und Eltern stellt das Elterngespräch dar. Gemeint sind dabei, über die zahlreichen „Tür- und Angelgespräche̋ hinaus, zwei fest eingeplante Termine pro Familie im Jahr (bei Bedarf auch öfter). Oft können die Verhaltensweisen von Kindern besser verstanden werden, wenn die Erzieherinnen mehr über den familiären Hintergrund erfahren. So werden die jeweiligen Sichtweisen in Bezug auf das Kind ausgetauscht und, falls nötig, gemeinsame Strategien entwickelt.


Elternabend

Die Teilnahme an den regelmäßigen, einmal im Monat stattfindenden Elternabenden ist notwendig für eine positive Atmosphäre im Kinderladen, nicht zuletzt zum Wohl der Kinder. Hier wird der Rahmen festgelegt, in dem die pädagogische Arbeit ablaufen kann, die Voraussetzungen für den Betrieb der Einrichtung werden besprochen und festgelegt, anfallende Tätigkeiten werden verteilt.


Darüber hinaus berichten die Erzieherinnen von den Kindern, ihren Projekten und ihrer Entwicklung.


Dienste / Sonstige Arbeiten

Alle Eltern übernehmen in regelmäßigen Abständen (ca. einmal im Monat) den sog. Bezugsdienst, der aus zwei Teilen besteht. Zunächst bereiten die Eltern ein ausgewogenes, gesundes Bio- Frühstück im Kinderladen für alle Kinder zu.
Nach Ende des Kinderladentages muss die Einrichtung dann gereinigt werden: Aufräumen der Küche, Kehren und Saugen der Gruppenräume, Putzen des Bades etc. Dieser Putzdienst kann gegen Bezahlung an die Reinigungskraft abgegeben werden.
Neben dem Bezugsdienst übernehmen die Eltern Renovierungsarbeiten und sonstige Tätigkeiten zum Erhalt der Räumlichkeiten oder zur Unterstützung des Tagesablaufs.


Vorstand

Der Verein für Kinderbetreuung „Die wilde 15̋ e.V. übernimmt als Träger die juristische Verantwortung für den Betrieb des Kinderladens. Der Vorstand des Vereins regelt in Vertretung für die gesamte Elternschaft die Belange des Kinderladens und führt das Tagesgeschäft, ist jedoch der Elternschaft zur Rechenschaft verpflichtet. In den regelmäßigen Vorstandssitzungen, an der auch die Leitung des Kinderladens teilnimmt, (ca. einmal im Monat) werden vor allem Fragen zur Verwaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit, zu den Haus- und Personalangelegenheiten und natürlich zu den Finanzen besprochen. Alljährlich wird die Mitgliederversammlung schriftlich einberufen, um den Vorstand zu entlasten und einen neuen Vorstand zu wählen.

 


5 Das Team

Das Stammteam besteht aus drei Erzieherinnen in Teilzeit. Im jährlichen Wechsel kommt ein/e BerufspraktikantIn hinzu. Für weitere Praktikanten ist das Team der Wilde 15 offen, da es eine professionelle Ausbildung von Nachwuchsfachkräften unterstützen möchte, unter der Vorraussetzung das qualitative Rahmenbedingungen und Ressourcen für die Ausbildung der Praktikanten vorhanden sind.


Teambesprechung

Um den Kindern gerecht zu werden, ist es wichtig, dass alle Teammitglieder auf dem gleichen Informationsstand sind und sich austauschen und besprechen. Daher findet einmal wöchentlich eine Teambesprechung statt, die die täglichen Übergaben zwischen Früh- und Spätschicht flankiert.


Inhalt der Teambesprechung ist die Planung von organisatorischen und pädagogischen Erfordernissen. Teaminterne Probleme oder Meinungsverschiedenheiten haben dort ihren Raum um diskutiert zu werden. Darüber hinaus werden dort auch Probleme, Auffälligkeiten und Gewohnheiten der einzelnen Kinder und die angebrachten Reaktionsmöglichkeiten besprochen.
Am Team nimmt ausschließlich das pädagogische Personal teil. Zu besonderen Themen, können vom Team Mitglieder aus dem Vorstand oder sonstige Personen eingeladen werden.


Supervision

In regelmäßigen Abständen nimmt das Team die Beratung einer Supervisorin in Anspruch. Dadurch sollen Probleme, die in der Einrichtung selbst nicht geklärt werden könnten, eine Lösung finden. Durch den Blick von Außen auf die Abläufe und Strukturen im Kinderladen können Konflikte leichter gelöst werden, auch die Situation oder das Verhalten einzelner Kinder und die Reaktion der Erzieherinnen darauf wird mit einer neutralen, nicht involvierten Herangehensweise herausgearbeitet, was häufig zu neuen Strategien und Lösungsmöglichkeiten führen kann.


Anleitung der Praktikanten

Die Ausbildung von Praktikanten gehört zu den Aufgaben des Kinderladens. Da die Einführung in die praktische Arbeit vor Ort Teil der Ausbildung ist, wird unser Team durch angehende Erzieherinnen im Vorpraktikum oder Block-Praktikanten ergänzt. Die Anleitung übernimmt die Kinderladenleitung.


Eine ständige Reflexion mit der Anleiterin ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss des Praktikums. Ziel der Anleitung ist die Hinführung der Praktikanten zu einem selbständigen, reflektierten Arbeiten und die adäquate Vorbereitung auf das zukünftige Berufsleben.
Wir legen Wert darauf, die Praktikanten als vollwertige Teammitglieder, entsprechend ihrer Vorkenntnisse, zu integrieren. Die Praktikanten sollen sich kritisch mit unserer Einrichtung auseinandersetzen und ein eigenes Erziehungsprofil entwickeln.

 

Fortbildung

Fortbildungen stärken die Professionalität. Kenntnisse können aufgefrischt, vertieft und aktualisiert werden. Die pädagogische Basis wird erweitert und das Personal kann dadurch schnell auf neue Erfordernisse reagieren. Alle Mitarbeiter werden bestärkt, Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Der Träger unterstützt diesen Wunsch der Mitarbeiterinnen nach Qualifizierung auch durch entsprechende finanzielle Mittel. Darüber hinaus werden den Erzieherinnen Fachzeitschriften zur Verfügung gestellt.
Wo Bedarf besteht, werden Fachreferenten hinzugezogen, die das Personal wie auch die Eltern zu speziellen Themen beraten. Auch zu den Elternabenden werden des öfteren Referenten eingeladen, die über bestimmte Themen berichten.

 

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